Organisation der Feuerwehr im Landkreis Gifhorn

Im Landkreis Gifhorn sind insgesamt 102 Feuerwehren (Stand 2016) in 10 Gemeindeeinheiten tätig. Die Feuerwehr des Landkreises wird durch den Kreisbrandmeister geleitet. Aufgrund der Komplexität teilt sich die Kreisfeuerwehr in zwei Abschnitte (Nord und Süd) auf, die durch Abschnittsleiter geleitet werden. Die beiden Abschnittsleiter sind gleichzeitig stellvertretende Kreisbrandmeister.

LK Gifhorn

Abschnitt Nord: Samtgemeinde Hankensbüttel, Stadt Wittingen, Samtgemeinde Wesendorf, Gemeinde Sassenburg, Samtgemeinde Brome, Samtgemeinde Boldecker Land

Abschnitt Süd: Stadt Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Samtgemeinde Isenbüttel, Samtgemeinde Papenteich

 

Organisation der Feuerwehr in der Stadt Gifhorn

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Gifhorn besteht aus 5 Ortsfeuerwehren. Geleitet wird die Stadtfeuerwehr durch den Stadtbrandmeister und dem Stadtkommando. Dem Stadtkommando gehören u.a. die Ortsbrandmeister aller 5 Ortsfeuerwehren an. Die gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit der einzelnen Ortsfeuerwehren ist die Basis eines gut organisierten abwehrenden Brandschutzes in der gesamten Stadt.

Stadt Gifhorn

  • Ortsfeuerwehr Gifhorn
    (Schwerpunktfeuerwehr im Stadtkern; Stärke: 2 Löschzüge, Gefahrgutzug, städtischer ELW)
  • Ortsfeuerwehr Gamsen
    (Stützpunktfeuerwehr im Ortsteil Gamsen; Stärke: Löschzug)
  • Ortsfeuerwehr Kästorf
    (Erweiterte Grundausstattung im Ortsteil Kästorf; Stärke: Löschgruppe & Löschtrupp)
  • Ortsfeuerwehr Wilsche
    (Erweiterte Grundausstattung im Ortsteil Wilsche; Stärke: Löschgruppe unterteilt in Staffel & Trupp)
  • Ortsfeuerwehr Neubokel
    (Erweiterte Grundausstattung im Ortsteil Neubokel; Stärke: Löschgruppe)

Die Ausstattung der Stadtfeuerwehr Gifhorn

Die Austattung der Feuerwehren in der Stadt Gifhorn ist sehr umfangreich. Keine Ortsfeuerwehr entspricht "nur" der Mindestausrüstung einer Grundausstattungsfeuerwehr gemäß der Mindeststärkeverordnung im Land Niedersachsen. Jede Ortsfeuerwehr verfügt über mindestens ein wasserführendes Fahrzeug. Auch die Sitzplätze in den Löschfahrzeugen lassen jeweils mindestens Platz für eine komplette Löschgruppe (z.B. LF oder Kombination aus TSF und Trupp-TLF. Alle Ortsfeuerwehren sind mit einem Mannschaftstransportfahrzeug ausgestattet.

Die wachsenden Einwohnerzahlen und das wachsende Gefahrenpotential im gesamten Stadtgebiet waren Grund für eine Überarbeitung der Feuerschutzkonzeption in der Stadt Gifhorn im Jahr 2001.

Zusammenarbeit mit anderen Ortsfeuerwehren

Die Zeiten sind vorbei, in der jede Feuerwehr ihr Feuer allein bekämpfte. Die Unterstützung von anderen Ortsfeuerwehren anzufordern ist inzwischen ein ganz normaler Vorgang im Einsatzfall. Bei größeren Ereignissen alarmieren wir in erster Linie die benachbarten Feuerwehren. In unserem Fall wird zunächst die Ortsfeuerwehr Kästorf alarmiert, bei gegebenenfalls die gesamte Stadtfeuerwehr. Da am Tage in allen Feuerwehren ein Personalmangel nicht ausgeschlossen ist, bilden wir mit unserer Nachbarfeuerwehr Kästorf zusammen eine Löscheinheit, wobei wir bei nahezu allen Schadenfällen in Gamsen und auch in Kästorf gemeinsam ausrücken. Das hat sich seit vielen Jahren sehr gut bewährt. Gemeinsam sind wir stark!

Damit die Zusammenarbeit noch besser funktioniert, wurden Absprachen getroffen und gemeinsame Standard-Einsatzregeln bzw. eine Einsatzstellenorganisation für die Stadt Gifhorn erstellt. Geregelt wird u.a. die Führungsstruktur, die Kennzeichnung der Führungskräfte sowie die Organisation der Einsatzstellenkommunikation (Funk, speziell Einsatzstellenfunk).

 

Einheitliche Ausbildung und einheitliches Vorgehen

Die erste einheitliche Ausbildung erfahren die Feuerwehrkameraden bei der Truppmann-Ausbildung Teil I (Grundausbildungslehrgang), an der Führungskräfte aller fünf Ortsfeuerwehren mitwirken. Neben den allgemein gültigen Feuerwehr-Dienstvorschriften (z.B. FwDV3) werden die ersten Weichen der Zusammenarbeit gestellt. Ziel ist es, die Kameraden zwischen den Ortsfeuerwehren "austauschbar" zu gestalten. Eine einheitliche Vorgehensweise zum Zwecke der Einsatzstellenorganisation beinhaltet das Vorgehen unter Atemschutz, das Zusammenführen von Einheiten zu Löschzügen und Einsatzabschnitten, die Kommunikation (Funk) sowie eine transparente Einsatzstruktur.

Gefahrguteinsatz

Im Falle einer Konfrontation mit gefährlichen Stoffen ist zunächst jede Feuerwehr für den Ersteinsatz verantwortlich. Das beinhaltet zunächst das Erkennen der Gefahr, das Absperren der Einsatzstelle, die Menschenrettung (soweit möglich) und das Alarmieren der Spezialkräfte. Über entsprechende Ausstattung verfügt die Ortsfeuerwehr Gifhorn (ABC-Zug). Auch die anderen Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet verfügen über ausgebildete Einsatzkräfte, die für den Einsatz unter CSA (Chemikalien-Schutzanzug) ausgebildet sind und hier personell unterstützen können. Für solche Zwecke ist ein städtischer Alarmplan eingerichtet.

 

Überörtliche Aufgaben unserer Kameraden

Neben den Tätigkeiten in der eigenen Ortsfeuerwehr stellen sich einige unserer Kameraden anderen überörtlichen Aufgaben. Durch einen zusätzlichen zeitlichen Aufwand stellen sie ihr Wissen und ihre Einsatzbereitschaft folgenden Einrichtungen zur Verfügung:

  • Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd - Fachzug Wassertransport
    Im Fachzug Wassertransport ist eine Staffel mit dem TLF 16/25 integriert (6 Kameraden zzgl. Reservekräfte)
  • Technische Einsatzleitung (TEL) der Kreisfeuerwehr
    Im Katastrophenfall werden verschiedene Stabsfunktionen besetzt. Hier wird eine Funktion im Bereich S4 (Versorgung) besetzt.
  • Kreisfeuerwehrausbildung
    Die Ortsfeuerwehr Gamsen stellt mehrere Ausbilder, die auf Landkreisebene zusätzliche Ausbildungstätigkeiten wahrnehmen. Dazu gehören 2 Maschinisten- und 3 Atemschutzausbilder. Alle Kameraden sind für ihre Tätigkeiten entsprechend geschult und haben mindestens die Gruppenführerqualifikation.
  • Stadtfeuerwehr
    Als Funktionsträger auf Stadtfeuerwehrebene wird der Sicherheitsbeauftragte gestellt. Er hat beratende Funktion im Bereich Unfallverhütung und Sicherheit im Feuerwehrdienst sowie Schulung der Teilnehmer in der Truppmannausbildung 1 (Grundausbildungslehrgang).
    Ein weiterer Funktionsträger ist der stellvertretende Stadtbrandmeister, der im Vertretungsfalle die Leitung der gesamten Stadtfeuerwehr Gifhorn übernimmt.
  • Verpflegungstrupp
    Feldküche (1 Kamerad): Verpflegung in allen Bereichen. Neben der Ausgabe der legendären Erbsensuppe aus der "Gulaschkanone" sind die Kameraden auch in der Lage, Menüs anzurichten. Auch bei Großeinsätzen (Stadtfeuerwehr oder auch Kreisfeuerwehrbereitschaft) sind sie tätig. Sie sind als Verpflegungskomponente innerhab des Fachzuges Logistik der Kreisfeuerwehrbereitschaften eingebunden.

Bis zur Umstrukturierung der Kreisfeuerwehrbereitschaften waren vier Kameraden in der Führungsgruppe des Bereitschaftsführers tätig. Dazu gehörte die Unterstützung des Bereitschaftsführers im Bereich Erkundung und Kommunikation. Diese Aufgaben werden inzwischen von der Fachgruppe 'Information und Kommunikation' (IUK) übernommen.